Tarifvertrag metall und elektroindustrie baden-württemberg arbeitszeit

Bei der jüngsten Tarifrunde in der deutschen Metall- und Elektroindustrie standen vier Themen auf der Tagesordnung der Sozialpartner; Löhne, Leiharbeit, Lehrlinge und demografischer Wandel. Es ist bezeichnend, dass die Betriebsräte mehr Mitbestimmungsrechte erhalten haben und Verhandlungen zur Regelung des Einsatzes von Leiharbeitnehmern durch einen Betriebsvertrag fordern können. Die Themen für eine solche Vereinbarung können vom Zweck und dem Einsatzgebiet, dem Umfang der Leiharbeit bis hin zur unbefristeten Beschäftigung dieser Arbeitnehmer reichen. Der Tarifvertrag sieht vor, dass Unternehmen, die gezwungen sind, von diesen Optionen abzuweichen, abweichen. Befindet sich ein Unternehmen in ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, soweit sein Beschäftigungsniveau beeinträchtigt wird, ist es nicht verpflichtet, diese Klauseln für Lehrlinge einzuhalten. Dasselbe gilt, wenn persönliche Gründe eine weitere Anstellung eines Lehrlings rechtfertigen. Im ersten Fall muss der Betriebsrat der Verzögerung zustimmen, im zweiten falles muss nur die Geschäftsführung zustimmen. Nach abschluss des neuen Tarifvertrags in Baden-Württemberg bedankte sich IG-Metall-Vorsitzender Berthold Huber in einer Presseerklärung am 19. Mai bei allen Beschäftigten, die sich an bundesweiten Warnstreiks beteiligt hatten. Er betonte, dass ihr Engagement zu dem Kompromiss beigetragen habe. Im Gegenzug können Unternehmen mehr 40-Stunden-Wochenverträge anbieten, in Zeiten, in denen es an Fachkräften mangelt. “Die Arbeitnehmer haben mehr Möglichkeiten, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, während unternehmen mehr Möglichkeiten erhalten, das Arbeitsstundenvolumen zu erhöhen”, fügte Wolf hinzu. Die IG Metall, Deutschlands mächtigste Gewerkschaft, hat in einem wegweisenden Deal, der als Maßstab für andere Branchen gelten wird, eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent und das Recht auf eine 28-Stunden-Woche gewonnen.

Die kürzlich geschlossene Vereinbarung ermöglicht die uneingeschränkte Entsendung von Leiharbeitnehmern in jedem Unternehmen für 18 Monate. Nach Ablauf dieser Frist muss das Unternehmen prüfen, ob der betreffende Leiharbeitnehmer einen direkten unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten kann. Die Vereinbarung zeigt, wie stark der deutsche Wirtschaftsboom den Gewerkschaften in diesem Jahr bei den Tarifverhandlungen gegeben hat. Im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft so schnell wie seit 2011 nicht mehr, und die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990. In der Pilotvereinbarung in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg wurde in vier Hauptbereichen eine Einigung erzielt. IndustriAll Europe begrüßt den am 6. Februar zwischen der IG Metall und Südwestmetall unterzeichneten Tarifvertrag. Das Abkommen steht an der Spitze der Tarifverhandlungen und ist ein positives Beispiel für die Sozialpartner nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Am 22. Mai 2012 äußerte sich VGZ-Chefverhandler Thomas Bäumer in einem Presseartikel zu den vereinbarten Zuschlagszahlungen für Leiharbeitnehmer in der Metallbearbeitung.

Bäumer betonte, dass die zusätzlichen Kosten, die durch den jüngsten Kompromiss entstehen, von den Verwenderunternehmen getragen werden müssten. Er betonte auch, dass sich dies negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken würde, insbesondere im Hinblick auf die Beschäftigungsaussichten gering qualifizierter Arbeitskräfte. Die deutschen Tarifverhandlungen wurden von der Europäischen Zentralbank aufmerksam verfolgt, die ihr Inflationsziel besser erreichen könnte, wenn die Löhne in der größten Volkswirtschaft der Eurozone steigen würden.

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